Fußball-Spaß und wenig Schlaf

Das Beste kam wie so oft zum Schluss!

Gegen den Doberaner FC II gelang unseren Jungs beim Sommerfest in Bad Doberan im letzten Spiel dann doch noch der so verdiente erste Sieg durch ein Tor von Neill nach einem Freistoß von Dominik  - mindestens so cool wie Marco Reus und Toni Kroos am Abend zuvor gegen Schweden. Wie die Weltmeister mussten auch wir erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, als Titelverteidiger in ein Turnier zu gehen. Doch fangen wir mal vorne an: Kaum waren in der Turnhalle die Matten ausgelegt und die Schlafsäcke ausgerollt, ging es natürlich gleich auf den Platz. Schnupperstunde auf Kunstrasen und letzte Trainingseinheit. Die lieben Eltern waren nach einem Abendbrot mit Hotdog und Stullen da schon in ihre Hotels verabschiedet worden. Dicke graue Wolken und  eine steife Brise von Nord-West? Egal, bis die Dunkelheit einsetzte wurde noch ordentlich gebolzt. Dann ging es aber schnurstracks in die Halle, waschen, Zähne putzen und ab in die Schlafsäcke. Ganz so einfach war es aber nicht, zur Ruhe zu kommen. Zu groß war die Aufregung vor dem nächsten Tag. Und dann der Lärm von den  Hallennachbarn aus Treptow, die noch  mit Getöse ihre Luftmatratzen aufblasen mussten. „Wie soll man denn da schlafen“, raunten die Jungs von ihren Matten. Nach und nach schliefen sie aber dann doch alle ein.

Bis 0450 Uhr! Mit dem ersten Morgenlicht, waren sie alle wach. Da schauten die müden Trainer aber etwas verdutzt auf ihren Schlafmatratzen. Zum Frühstück ging es dann auch eine gute halbe Stunde eher als geplant. Zum Glück war schon alles bereitet. Brötchen mit Schokoaufstrich oder Marmelade, dazu Kakao – und für Rainer, Janko und Arne zwei ordentliche Pappbecher Kaffee. So konnte der Tag gut beginnen. Aber noch war ja so viel Zeit bis zum ersten Spiel. Also erstmal ab in den Skaterpark – auch ohne Boards gab’s da mächtig Spaß auf den Rampen, mal ein anderes Aufwärmprogramm.

Nach dem Einlaufen aller Teams stieg die Spannung. Ins erste Spiel gegen Karow 96 ging es mit offensiver Aufstellung – doch ein Tor wollte einfach nicht fallen. 0:1 zum Auftakt. Das Ergebnis sollte uns leider verfolgen. Das zweite Spiel dann gegen die alten Bekannten aus Brieselang, eine Defensivtaktik musste her. Und die Abwehr um Florens, Gustav, Jon und Leander leistete ganze Arbeit, Max war als Abräumer zudem ins Mittelfeld beordert. Das 0:1 war ärgerlich, aber gegen die starken Kontrahenten ein gutes Resultat. Ähnlich lief es gegen Neubrandenburg – die Gegner alle älter und mindestens zwei Köpfe größer. Das 0:2 tat weh – doch die Leistung stimmte, wenn doch nur mal vorne ein Tor gelingen würde. Gegen Graal-Müritz waren wir ganz nah dran. Die Torwart-Rotation zwischen Noah und Mika funktionierte, beide zeigten gute Leistungen und doch gelang dem Gegner wieder dieses eine verflixte Tor – wieder 0:1. Da flossen dann auch schon ein paar Tränen. Die tolle Anfeuerung der Eltern am Spielfeldrand gab neuen Mut. Ein Spiel gab es auch noch und gegen Barkeshagen-Parkentin spielten die Jungs groß auf. Anton und Johnny wirbelten vorne, Fiete war sich wie immer mit Eifer ins Geschehen und Florens traf aus der Distanz zum 1:0 für uns, wäre doch bloß der Strafstoß auch noch reingegangen. Am Ende konnten wir uns aber immerhin über ein 1:1 freuen.

Eine Ruhepause war nun dringend nötig – für Spieler wie Trainer. Mal ein Stündchen durchschnaufen auf den Matratzen oder bei den Eltern im Hotel, bevor es zum Griechen ging. An zwei langen Tafeln und ein paar Extra-Tischen wurde köstlich gespeist – dank Nicole! Denn ohne dieses Organisationstalent hätte sicher nicht jeder seine Zeus-Platte oder den Gyros-Teller bekommen. Für den eigentlich üblichen Ouzo (für die Großen) war keine Zeit – im Zelt am Sportplatz lief schon die Vorberichterstattung für das WM-Spiel gegen Schweden. Vielleicht war es ganz gut, dass unsere Jungs während der ersten Halbzeit lieber selber noch auf dem Platz kickten, statt sich die Leistung der Weltmeister anzusehen. Beim großen Jubel über das späte 2:1 waren die meisten dann schon in der Turnhalle und bekamen den Endstand schon halb schlafend noch in die Ohren geflüstert. „Ja! Deutschland hat gewonnen“, murmelte noch der eine oder andere – Einschlafprobleme wie am Vorabend gab es nach so einem ereignisreichen Tag nicht. Und es wurde sogar bis kurz vor 6 geschlafen! 

Der Sonntag begann mit Nieselregen. Nach dem Frühstück gab es also keinen Zwischenstopp im Skaterpark. Dafür ging es auch schon bald auf dem Platz weiter. Noch stand das letzte Gruppenspiel gegen den Doberaner FC I an. Doch es war einfach wie verhext. Wieder 0:1! Jetzt mussten wir als Schlusslicht der Gruppe B gegen den 5. der Gruppe A ran. Die SG Neubukow schien schlagbar, wir waren auch das bessere Team, doch ein blöder Fehler und schon wieder 0:1. Es blieb also nur noch das  Spiel um Platz 13 und da klappte es endlich. Das Schönste kam eben wieder mal zum Schluss! Nach der Siegerehrung ging es nach einem spannenden und ereignisreichen Wochenende Richtung Heimat. Nächstes Jahr wollen wir wieder dabei sein – in einer etwas bequemeren Unterkunft, dem gleichen Spaß und ganz bestimmt ein paar mehr Toren!

Autor : Arne Richter


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